Über meine Kunst

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Uwe Schmitz: Ein Allrounder in Sachen Kunst und der offenen Form
Es gibt wenige Künstler, die auf vielen Feldern der bildenden Kunst zuhause sind. Der 1950 in Stuttgart geborene und heute in Niestetal lebende und arbeitende Künstler Uwe Schmitz gehört zu ihnen: Er versteht sich sowohl auf Malerei, Plastik als auch Fotografie und seine Arbeiten zeugen von einer großen Experimentierfreude. Sowohl die Sujets als auch die unterschiedlich zum Einsatz kommenden Materialien legen Zeugnis dafür ab. Wenngleich die Sujets wechseln, fällt doch eine große Affinität zum Informel auf, was sehr viel Spielraum für die Umsetzung der künstlerischen Fantasie ermöglicht. Uwe Schmitz benutzt und erprobt Maltechniken, was nicht allein von Lust und Laune abhängt, vom bloßen Ausprobieren-Wollen; es ergibt sich immer auch aus der jeweiligen Stimmungslage. Mal braucht der Künstler pastosen Widerstand , mal ganz weiche, unendlich zarte Lasuren, mal vehemente Pinselhiebe zur Verdeutlichung des Gemeinten, mal krasseste Farbigkeit, die keiner Konturierung bedarf. Alles ordnet sich den Notwendigkeiten unter, die der Verlauf der Bildentstehung dem Maler abverlangt. Uwe Schmitz ist erfahren, und er weiß, was passiert, wenn er dieses tut oder jenes lässt. Wie könnte das auch anders sein. Und seine Erfahrung lehrt ihn, dass es sinnvoll und einfach praktisch ist, sich auf wenige Grundfarben zu beschränken. Oft entwickeln die Bilder im Augenblick ihres höchst flüssigen Anfangszustandes ein autonomes Eigenleben – und entfernen sich vom Produzenten, wollen selbst sich darstellen. Dann aber gilt es einzugreifen und den Fast-Automatismus zu stoppen; also bearbeiten, bearbeiten und nochmals bearbeiten, ohne dass die Farben ihre Lust verlieren, weil man sie nicht so lässt, wie sie gerne möchten. Aber der Maler Schmitz lässt viel zu, er ist nicht diktatorisch, denn er weiß ja nie, ob die „freien“ Farben nicht vielleicht doch recht haben. Nur wenn es ihm „zu bunt“ wird und die Farben ihm quasi davonlaufen, dann greift er ein, um doch noch Herr über sein Werk zu bleiben.

Bei Uwe Schmitz gibt es in der informellen Malerei keinen gänzlich vorbedachten Plan, keine Absichtserklärung und kein fertiges Konzept. Alles beginnt mit dem Malen, dem ersten Tropfen, der ersten Farbspur. Dadurch ergibt sich ein Dialog mit der Farbe: Noch ist alles im Fluss, in schöpferischer Unentschiedenheit, noch ohne jede Präzision, unhaltbar in mancherlei Dimension, höchst instabil, ständig neu beeinflussbar. Das Instabile aber gerinnt dann im
Malprozess zu zunehmender Festigkeit, zu ablesbarer Formation, zu sich verfestigender Fertigkeit. Die ursprüngliche „Ich-weiß-noch-nicht-Unsicherheit des Produzenten lässt nach, er lässt bestehen, was entstand; er lässt vollenden, was so wollte.
Nicht ganz so offen kann der sich der Künstler Uwe Schmitz in Bezug auf die Sparten Skulptur, Fotografie oder Übermalungen geben. Hier verlangt der jeweilige Gegenstand schon ein gewisses Maß an Planung: die Skulptur eine Skizze, die Fotografie ein Motiv , die Übermalung ein Konzept. Dennoch ist auch hier eine gewisse Offenheit gegenüber der Form nicht von der Hand zu weisen. Auch die bildhauerischen Arbeiten zeugen von der Offenheit des Künstlers; sie kommen nicht konstruiert und geschlossen daher und die Übermalungen – die bearbeiteten Fotos – sprengen die Grenzen des im eigentlichen Sinne vorgegebenen Sujets: der Künstler Schmitz sucht auch hier die Grenzen des Vorgefundenen mittels Pinsel und Farbe aufzubrechen, indem er Fotografie und Malerei fast collageartig vereint.
Uwe Schmitz möchte mit seiner Kunst keine Fragen beantworten; er möchte vielmehr Fragen stellen. Seine Malerei hat sich von den Objekten der Alltagswelt vollständig gelöst. Sie wird deshalb frei und durch nichts Äußerliches befrachtet. Die Unabhängigkeit von Form und Farbe sowie die Bewegung im Bildraum wird zum zentralen Kriterium der Kunst und machen das Prozesshafte zum entscheidenden Element. Die Fantasie des Betrachters wird dadurch nicht eingeengt, sondern immer wieder aufs Neue herausgefordert.Man kann wirklich nicht behaupten, dass Dr. Uwe Schmitz unbedingt eine zweite Karriere als bildender Künstler `zwingend` anstrebt, dass es aber wohl trotzdem so kommen wird, scheint glücklicherweise unvermeidbar. 1950 in Stuttgart geboren, nahm er 19 Jahre später sein Studium der Humanmedizin in Bonn auf, welches schließlich 1976 die Aufnahme der ärztlichen Tätigkeit in Bad Godesberg zur Folge hatte. Diese erste Karriere gipfelte als Chefarzt für Chirurgie im Krankenhaus Erlenbach mit den fachärztlichen Schwerpunkten Unfallchirurgie und Orthopädie, Gefäßchirurgie und Spezielle Unfallchirurgie. Diese Karriere beendete Dr. Schmitz im Jahr 2009. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, an dem der Grundstein zu seiner zweiten Karriere längst gelegt war.
Die Kunst war schon immer im Leben von Dr. Uwe Schmitz verankert, allerdings nahm er die künstlerische Tätigkeit erst 1993 wieder auf, da er bis dahin aus beruflichen Gründen auf diesem Feld pausiert hatte. In diesen vergangenen zwei Jahrzehnten sollte sich beim Autodidakten Dr. Schmitz sehr viel tun. So stand im Jahr 2005 der Bau des Ateliers in Niestetal-Sandershausen auf der Agenda, wo er im Jahr 2010 auch hinzog und sich dort seitdem nur noch seiner künstlerischen Arbeit widmet und dies funktioniert natürlich nur mit ausreichender Inspiration.
Schaut man sich die Werke von Dr. Schmitz an, werden verschiedene Fakten im Kontext Inspiration sehr deutlich. Sicherlich lässt sich der Künstler sehr gerne inspirieren, allerdings kommt er dabei nicht im Ansatz in die Gefahr des Kopierens. Dies liegt auch daran, dass man ihn mit Sicherheit nicht in eine Schublade stecken kann, da er sich und vor allem sein Werk immer wieder neuerfindet, ohne dabei von einem deutlich erkennbaren roten Faden abzukommen. Kopieren braucht Dr. Schmitz auch gar nicht, denn seine ureigenste Kreativität scheint einfach keinerlei Grenzen zu kennen.

Es gibt keine Angst, weder vor Material, noch vor Technik und dies sind Fakten, die man ansonsten von manch anderen Autodidakten auch ganz anders kennt. Nicht so bei Dr. Schmitz, der immer wieder zeigt, wie ungestillt sein Wissensdurst noch immer ist und wie groß das Bedürfnis ist, über seine Kunst auch zu kommunizieren. Das Kommunizierte fordert den Betrachter, allerdings ganz ohne überfordernd zu sein. Es sind die großen aber auch die kleinen Ereignisse dieser Welt, die sich in seinen Werken wiederfinden. Man muss beachten, dass die große Dynamik, wie auch die Farbintensität seiner Werke keine Produkte des Zufalls sind, sondern die eines hochkomplexen Arbeitens, wie er es natürlich auch noch bestens aus seiner medizinischen Karriere kennt.
Es gibt keine Angst, weder vor Material, noch vor Technik und dies sind Fakten, die man ansonsten von manch anderen Autodidakten auch ganz anders kennt. Nicht so bei Dr. Schmitz, der immer wieder zeigt, wie ungestillt sein Wissensdurst noch immer ist und wie groß das Bedürfnis ist, über seine Kunst auch zu kommunizieren. Das Kommunizierte fordert den Betrachter, allerdings ganz ohne überfordernd zu sein. Es sind die großen aber auch die kleinen Ereignisse dieser Welt, die sich in seinen Werken wiederfinden. Man muss beachten, dass die große Dynamik, wie auch die Farbintensität seiner Werke keine Produkte des Zufalls sind, sondern die eines hochkomplexen Arbeitens, wie er es natürlich auch noch bestens aus seiner medizinischen Karriere kennt.
Schon der große deutsche Dichter und Schriftsteller Christian Morgenstern (1871-1914) sagte: “Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.” Auch dies erkennt man im Werk von Dr. Uwe Schmitz, denn die neuen Welten, die er mit seiner Kunst schafft, sind gewaltig und dies nicht nur in Form der bereits angesprochenen Farbenpracht und Dynamik. Es ist diese Tiefe, die er entstehen lässt, die den Betrachter in den Werken versinken lässt, immer tiefer und tiefer und jede Ebene beinhaltet Neues, was es zu entdecken gilt.
Es wäre aber auch falsch zu behaupten, dass die zweite Karriere, die für Dr. Uwe Schmitz gerade beginnt, völlig losgelöst von der ersten zu sehen ist, denn natürlich fließt seine Vergangenheit auch in die Gegenwart mit ein. Wenn man sich tiefer mit seinem Werk beschäftigt, merkt man doch auch die Präzession eines Chirurgen. Es ist diese unfassbare Genauigkeit, sowohl rein technisch gesehen, wie aber auch geistig, die seine Bilder so einzigartig machen und schon von der großen Masse außerordentlich positiv abgrenzen. Dies ist aber noch lange nicht alles, was man über diese Werke sagen kann, so erkennt man auch ganz deutlich eine gewisse Lässigkeit, die dem Zwang des disziplinierten Arbeitens gegenübersteht und so für ein gutes Gleichgewicht sorgt.

Ähnlich verhält es sich auch mit den Inhalten der Werke, die sowohl eine extreme Tiefe aufzeigen, wenn es zum Beispiel um das Thema Kindesmissbrauch in der Kirche geht aber auch einfach nur schön sein können und hier spielt sein Stil natürlich auch eine sehr wichtige Rolle, denn dieser sorgt dafür, dass es dem Betrachter niemals langweilig wird, denn man findet immer wieder Neues in den Werken von Dr. Uwe Schmitz. Es sind nicht nur Figuren, die plötzlich aus dem Hintergrund in den Vordergrund treten, es sind ganze Welten mit ihren ganz eigenen Geschichten und Wahrheiten, die einen zum Teil förmlich anspringen, ganz ohne dabei aggressiv zu sein.
Die Strukturen und ebenfalls die besondere Tiefe der Werke sind natürlich auch der Technik geschuldet, die der Autodidakt nutzt undhier ist der Begriff der Technik ein wirklich großer, der weit über Farbe und Pinsel hinausgeht, denn es wird zum Beispiel auch modernste Computertechnik verwendet. Darüber hinaus spielen Fotografien und Scans auch eine nicht unerhebliche Rolle. Genau diese Mixtur sorgt dann eben für die mehrfach angesprochenen, großartigen Ergebnisse und dies kann nur funktionieren, wenn man alle Elemente ganz gezielt einsetzt und dies ist hier definitiv der Fall, denn anders wäre es unmöglich, solche Ergebnisse zu erreichen.
Die gerade geschilderte Art, wie Dr. Uwe Schmitz arbeitet, hat aber noch einen weiteren entscheidenden Vorteil, denn er bietet nicht nur inhaltlich ein sehr breites, wenn auch künstlerisch ganz klar fokussiertes Sujet, sondern auch eine große Bandbreit an verschiedensten Formaten, was ihn natürlich für unterschiedlichste Ausstellungskonzepte sehr interessant macht. Er ist in der Lage, mit seiner Kunst die verschiedensten Räumlichkeiten zu bespielen und diese so auch ganz im Sinne seiner Kunst zu interpretieren, quasi ein ganz eigenes Universum zu schaffen, genauso bewies er aber auch schon oft genug, wie kompatibel seine Werke im Zusammenspiel mit der Kunst anderer Künstler sein kann, was ihn auch immer wieder für die unterschiedlichsten Gemeinschaftsausstellungen und Projekte interessant macht.
Ein Blick in die Liste seiner bisherigen Ausstellungen und Publikationen, die bereits im Jahr 1978 beginnt, wo er an einer Fotoausstellung unter anderem mit dem Fotograf  von Christo und Jean-Claude, Wolfgang Volz, teilnahm, verdeutlicht, dass er auch im Bereich nationaler, wie auch internationaler Ausstellungen und Projekte schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Ein tieferer Blick in diese Liste lässt auch deutlich erkennen, wieso man mehr und mehr von einer zweiten Karriere des Dr. Uwe Schmitz sprechen muss.

Dr. Schmitz verfolgt sein Ziel ganz genau, dies kann man nicht anders deuten aber er tut dies in einer sehr sympathischen und unaufgeregten Art und Weise. Man erkennt, wie authentisch sein Schaffen ist. Man spürt teilweise auch einen klaren Bezug zu seinem Leben, ohne dass damit, wie bereits erwähnt, irgendwer überfordert würde. Es ist mehr das Öffnen von Türen in eine ganz besondere Welt, in seine Welt und dies ist ein Feld, welches man nicht versäumen sollte und man sollte seiner Einladung einfach nachkommen und sich darauf einlassen und wird mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.
Nun muss man nicht zwingend auf die nächste Ausstellung des Künstlers warten, um sich auf seine Welt einzulassen, denn Dr. Uwe Schmitz ist nicht nur in der realen Welt zwischen Atelier, Ausstellungen und Kunstmessen unterwegs, sondern auch im Internet, wo er sich auf der einen Seite natürlich als Künstler präsentiert, sich auf der anderen Seite aber auch als Blogger in Sachen Kunst zu erkennen gibt. Somit kann man seinen Werken, seinen Ideen und Gedanken, also 24 Stunden täglich im Netz folgen, sollte es aber trotzdem nicht versäumen, sich seine Werke auch noch einmal persönlich anzuschauen, denn dies bleibt natürlich der Königsweg.

 

Text: Thorsten Hülsberg & Dr. Claus-Peter Böhner-Fery

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